Inklusion und Teilhabe

Auch über zehn Jahre nach der Ratifikation der völkerrechtlich wirksamen UN-Behindertenrechtskonvention haben Menschen mit Behinderung nicht ansatzweise gleiche Chancen. So ist zwar jede 10. Person in Deutschland von einer anerkannten Behinderung betroffen, jedoch ist selbst für exzellent ausgebildete Menschen mit Behinderung kein gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt gegeben.
Viele physische Barrieren liegen vor, weil „sich doch eh niemand mit Behinderung bei uns bewirbt“ und weil Fördertöpfe zur Beseitigung solcher Mängel nicht genutzt werden. Online-Arbeitssettings und flexible Arbeitszeiten bieten Möglichkeiten, Aufgaben und Verpflichtungen zu vereinbaren und können etwaige Barrieren am Bahnhof oder langen Wegen zwischen Parkplatz und Arbeitsplatz verringern. Gerade für blinde Menschen oder Bürger*innen mit Hörbeeinträchtigung können rein digitale Lösungen jedoch den Ausschluss von Online-Beteiligungen bedeuten.
Ein weiterer Punkt: Im Steuerrecht werden Menschen mit Geh-Behinderungen, die kein Auto nutzen können oder nicht wollen, fiskalisch benachteiligt, da sie nicht fahrzeugunabhängig die pauschalisierten, doppelten Kilometersätze ansetzten können.
Ich will mich als davon Betroffene im Prinzip des „Nicht-ohne-uns-über-uns“ für die Verwirklichung einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen einsetzen. Besonderes Augenmerk liegt für mich dabei auf der Durchsetzung des Rechts auf barrierefreie E-Gouvernement-Dienstleistungen.